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- THE STORY -

 
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PART 3
 
  PART 3  
  M. ERGREIFT VOLLER SEHNSUCHT DEN LÖWENZAHN: DIE ZEITGEISTIN SCHLÄGT ZU UND WICKELT IHN EIN.  
Personen
Songs
Zeitgeistin
11. Zeitgeist
"Mit dem Löwenzahn gehen.
Hinaus ins Leben, die Jahre verstehen,
wohin es mich treibt,
mal sehen,
was vom Träumen so übrig bleibt,
mit dem Löwenzahn gehen."
(M.)

Ist man das Produkt seiner Gene, oder ist man das Ergebnis seiner Umstände? Alles ein Kreislauf, ein Geworfensein in die Geschichte? Was sind die Parameter, die Stellschrauben, die man verpasst hat, wo liegen die Kreuzungen, die Entscheidungen, die man übersehen hat? So sehen wir aus diesen Fragen unseren Blick zurückschweifen, auf die immer gleichen Geschichten und jedes Mal beschönigen wir sie ein bisschen mehr. Haben wir die Ereignisse zu verantworten, oder haben sie uns zu verantworten?

"We choose to go to the moon, in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard." (J. F. Kennedy)

Wenn man nur hart genug arbeitet, dann wird einen das Leben belohnen! Man wird schließlich erreichen, wovon man träumt! "Ohne Fleiß keinen Preis!", lautet das Leistungsprinzip, das den real existierenden Kapitalismus möglich machte, und den man schlussendlich selbst bezahlen muss. Wie verhält es sich mit Ursache und Wirkung wirklich? Wurde erst das Denken uns gelehrt, das seine Schuldigkeit getan? Eine Moral im Geiste der Zeit? Seither war von der Umwertung der Werte eine ganze Zeit lang die Rede, bis sie niemanden mehr interessierten, die Werte. Eigentlich blieb nach dem Verlust der Wertigkeit von Werten nichts über. Und gilt stattdessen in Zukunft: Algorithmus statt Moral?

"Die Unterscheidung des Guten vom Schlechten ist das Feld der Ethik - und die Lieblingsbeschäftigung von Priestern, Pädagogen und Eltern." (Cathcart/Klein)

Also keine Werte, kein Gut und kein Böse! Also besser der Algorithmus entscheidet, der binary code schwebt über uns. Nicht einmal ein Körnchen Wahrheit ist geblieben, als hätte man sie der Metaphysik hinterher aus dem Haus getrieben. Wem hat sie denn genutzt? Die Frage lautete stets, wer war in ihrem Besitz. Wem oblag die Deutungshoheit? Wenn niemand mehr die Frage stellt nach Gut und Böse, bedarf es auch keiner Antwort mehr. Eine Revolution bahnt sich an? Nichts weniger als die Ethik löst sich auf, da sie ihr angestammtes Betätigungsfeld einbüßt? Die Vielen schreien auf! Natürlich waren darüber die Vielen entsetzt, wortwörtlich aus ihrer Zeit der Werte herausgesetzt. Wo bleibt da die Einzigartigkeit des Einzelnen? Beruhend auf Authentizität und Ehrlichkeit, auf Identität und Wahrheit. Jeder im Spannungsfeld zwischen Besonderheit und Masseteilchen gefangen. Jeder ist besonders, alle diese Vielen! Stets den Blick des besonderen Einzelnen auf die Allgemeinheit gerichtet, konnte es nicht ausbleiben, daran irre zu werden.

"Ich spüre Zerrissenheit und ewiges Streben meines Selbst. Ich bin gesegnet mit der Gabe, die von meiner hohen Position herrührt, die mir zuteilgeworden, ohne mein Verlangen. Sie verhindert mich auf eine Seite zu schlagen, mich auf einem Land heimisch zu fühlen. Von hoch droben auf dem First kann ich die alten Fluren überblicken und Lichter der Stadt schon sehen. Ich kann die derben Sprüche noch vernehmen und die süffigen Lügen nicht mehr abwiegeln. So vieles ist mir gegeben, danach ich nicht verlangte. Umso schwerer trage ich an meiner Bürde. Die hindert mich bereits im Gehen und verhindert auch, dass ich ruhe. Was kann ich also tun, als davon zu erzählen? Ja, wem gegeben ist zu sehen, der möge sprechen: So let me tell you …" (M.)

So sprangen die einen hierhin, die andere dorthin. Vom Wertekanon zum Populismus bahnte sich ein kurzer Schleichweg. Man braucht ja nur etwas Böses zu präsentieren, dann erreicht man all jene, die seit Zeiten schwanken und denen sich vermeintlich der Abgrund auftut. Nicht hierhin, nicht dorthin und die letzten Wertigkeiten dahin. Da spielt es keine Rolle, wo die Wahrheit liegt, es muss nur endlich einen Unterschied machen, zwischen Gutem und Bösem! M. ist schließlich ein Kind des 20. Jahrhunderts und in dem galt von Anfang an:

" … den Automatismus der Geschichte und der Weltwirtschaft darzustellen, jene Mechanik, die das persönliche Leben erfaßt und es in eine statistische Information verwandelt, das Individuum in den kollektiven Prozessen zermalmt und reduziert und die Universalität zum Gesetz der großen Zahl deklassiert. (…) Das Leben - … - wird von den allgemeinen Mechanismen bestimmt und zergliedert, ebenso wie das Zusammenwirken von Strömung und Wind den Kamm der Meereswelle bildet und wieder auflöst; doch auch dieses - wie jedes, auch das flüchtigste Leben - verlangt danach, ewig zu sein; der Tropfen weigert sich unter heftigen Leiden, sich in dem Meer der gesellschaftlichen Totalität aufzulösen, zu dem er gehört." (Brunngraber)

Seither ist das Surfen auch immer mehr in Mode und ist scheinbar zum letztgangbaren Weg des Individuums geworden, statt zu ertrinken, die Welle zu reiten, die die Zeitgeistin vor sich herschiebt. Die Mutter, die manchmal wütet und aufbraust und andermal streichelt, in der Moderne reichlich unterschätz, bedroht von der Ratio, verdrängt von der Hybris, eines sich selbstvergötternden Egomanen. Dabei erscheint sie nur noch als die Vulva, der man entkommen zu sein glaubt. Englitten zur Freiheit eines einzelnen Individuums!?

"Ich bin der Geist jeder Zeit, die Zeitgeistin,
die sich nichts schert um Zeit-Genossen,
die gebiert und verschlingt, was möglich scheint,
und den verzaubert, der sie, zu ergreifen vermag." (Zeitgeistin)

Doch mittlerweile sagt man uns, die wir langsam vergessen werden, wir seien Zeugen immerhin! Erwachsen einer analogen Welt um in eine digitale zu stolpern, wir die Edge Generation, einen Abgrund der Zeit durch unser Tun überspannend, Zeitzeugen. Dabei begreift man zum ersten Mal, die rätselhaften Worte, die da geschrieben stehen: "So werden die Letzten die Ersten sein, und die Ersten die Letzten." (Matthäus) Die Letzten, die die Party verlassen sind die ersten, die den neuen Morgen erleben. Die letzten Überlebenden im Alten sind die ersten Ankömmlinge auf dem neuen Kontinent. Und wieder stellt die Zeitgeistin die Fragen neu. Und wir erkennen sie als einzige wieder. Die alten Antworten gilt es neu zu erfinden! Wenn die einen nicht mehr allzu ernst nehmen müssen, was die Alten noch behaupten und diese nicht mehr davon leben müssen, wovon die Neuen ihnen vorsetzen, dann sind wir mitten dabei, da sich zwei unvereinbare Weltauffassungen von Generation zu Generation abermals langsam miteinander verschleifen, da zwei Kontinentalplatten sich beschleunigt ineinanderschieben, und weil sie sich keine Zeit lassen zum Vergehen, entstehen Risse und Verwerfungen, die wir mit Inkommensurabilität und Scheitern bezahlen. Dann geht Generation über Generation hinweg, und wir sind nurmehr Zeugen. Die Bilder in unseren Augen, die Sätze in unseren Ohren, die Schüsse und Schreie, die Tränen und der Jubel in unseren Herzen. Unsere Köpfe sind voll und wir kriegen sie nicht frei ohne zu bezeugen. Als die letzten der analogen Welt und die ersten einer digitalen Welt.

"Wenn die digitale Zukunft unsere Heimat sein soll, dann liegt es an uns, sie dazu zu machen." (Zuboff)

Bleibt da nichts, was man eine "echte" Welt bezeichnen könnte? Das Ende der Rationalität, das Ende der Exaktheit, von Wissenschaft im alten Sinne? Dafür sind wir Zeugen der ersten Art, die im Laufe ihres Lebens mehrfach aufge-fordert werden Antwort zu geben, die mehrfache Zukunft genießen. Die mindestens zweimal Hoffnung schöpfen müssen, wollen sie nicht kapitulieren oder krepieren; die Wildrosen, beigesetzt auf dem Friedhof des unbekannten Querulanten. Müssen wir Freiheit und Aufrichtigkeit, Authentizität und Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Wahrheit, ja Menschlichkeit neu denken und gar neu erfinden? Entwerten und verraten wir damit nicht die alten Kämpfer und Opfer für eine gerechtere Welt? War alles vergeblich, oder ist es endlich aller Ehren wert? Solange wir - die Edge-Generation - bezeugen?

Wir sind die Vielen, aber wir spüren es nicht! Niemand spricht von uns. Verausgabt, ausprobiert und erschöpft stehen wir erneut vor dem Labyrinth. Es steht immer offen für Gestaltung und Veränderung - eine Zukunft "Digital". Wir erklimmen den digitalen Baum der Erkenntnis!

 
»Storm of Flashbacks«
 
 
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IDEA BY HERMANN DIEMINGER & JÜRGEN MICK/
STORYBOOK BY »NEW HOME IDIOTICS« /
MUSIC COMPOSED BY MICK JØRGENSEN & HERMANN DIEMINGER /
SCREENPLAY BY THOMAS SCHALLER & GÜNTER SCHWEIGARD /
DRAWINGS BY THOMAS SCHALLER /
MOTION PICTURES & MODELING CRAFT & SCENERY BY GÜNTER SCHWEIGARD /
ARTWORK BY JÜRGEN MICK /

*

 
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